My big fat greek Wedding! – So heiraten Griechen

In den kleinen Orten in Griechenland wird nicht im kleinen Familienkreis gefeiert, sondern in aller Fröhlichkeit und Ausgelassenheit mit den gesamten Dorfbewohnern. Dort will man tatsächlich daran teilhaben. Genau wie im restlichen Europa, so ist es auch in Griechenland nicht mehr üblich, dass die künftigen Partner von den Eltern ausgesucht werden. Früher wurden die Ehepartner jedoch von Verwandten, den so genannten Proxeniá, vermittelt. Nachdem der Familie eines Mannes dessen Vermählungsabsicht bekannt war, wurde erst sorgfältig der Ruf der Brautfamilie abgeklärt. Nachdem der künftige Bräutigam dem Brautvater seine Absichten verkündet hatte, lief genau das Gleiche in umgekehrter Reihenfolge.

Emanzipierter als z. B. bei den Deutschen, sorgt die Braut selbst für ihre Mitgift. In anderen Ländern  wird  dies meistens den Eltern zuteil. In Griechenland hingegen ist es nicht untypisch, dass die Braut selbst für ihre Mitgift sorgt. Die Vorbereitungen für eine Hochzeit in Griechenland sind bereits vier Wochen vor dem eigentlichen Fest in vollem Gange. Dann nämlich werden die Einladungen verteilt, und die Frauen des Ortes machen sich eifrig ans Backen und Kochen. Das Brautpaar selbst darf sich in der letzten Woche vor seinem großen Tag nicht sehen, denn dies bringt Unglück.

Früher spielte die Aussteuer, Príka genannt, eine große Rolle. Die Príka wurde jedoch in den 90er Jahren per Gesetz wieder abgeschafft. Vor der Hochzeit wurde eine Verlobung gefeiert. Neben reichlich Essen und Trinken, war die Verlobungsfeier auch eine willkommene Gelegenheit um die künftigen neuen Familienmitglieder zu „beschnuppern“. Die Einladungen zur Hochzeitsfeier wurden nach der Festlegung des Hochzeitstermins, zusammen mit Süßigkeiten, den so genannten Loukoumi, von nahen Verwandten überbracht.

Wenn der große Tag endlich gekommen ist, und die ersten Gäste erscheinen, werden diese freundlich empfangen. Zur Begrüßung gibt es dann nicht Sekt oder Champagner, sondern Mandeln, die nach dem Braten mit weißem Zuckerguss überzogen werden und gemäß der landestypischen Farben in weiße oder blaue Tütchen gepackt werden.

Die Trauung selbst findet inmitten der gewählten Kirche an einem Tisch statt. Bei der eigentlichen Hochzeitszeremonie, wird ein fein gearbeitetes Tuch um das Brautpaar geschlungen, um die Zusammengehörigkeit zu symbolisieren. Zwei weiße Hochzeitskränze, die Stéfana, die mit einer Schleife verbunden sind, werden abwechselnd drei Mal auf die Köpfe der Brautleute gelegt, um die heilige Dreifaltigkeit zu würdigen. Der Tanz des Isaía, während dessen sich das Brautpaar mit Reis bewerfen lässt, beendet die Trauungszeremonie.

Ähnlich, wie auch bei den türkischen Landsleute, ist es günstig, ausreichend Geld in der Brieftasche zu haben, denn in Griechenland geht ein Verwandter der Braut nach der Zeremonie mit einem Beutel rum und sammelt Geld ein. Dieses wird der Braut anschließend ans Brautkleid geheftet.

Doch auch das Feiern kommt nicht zu Kurz und nimmt einen wichtigen Teil ein. Nach der Zeremonie wird ausgelassen und laut gefeiert. Alles was die Frauen gekocht und gebacken haben, kommt auf den Tisch. Eine große Rolle spielt dabei natürlich das Tanzen, gefeiert wird die ganze Nacht bis zum nächsten Morgen: Dann fliegt das Brautpaar direkt in die Flitterwochen.

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